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Fette - (Ge)wichtige Nährstoffe
Knusprige Croissants, herzhafte Salami und cremiger
Käse, zartschmelzende Schokoriegel, köstliche Schlemmertorten,
würzige Chips und deftige Currywurst – all diese scheinbar
unwiderstehlichen Genüsse werden Vielen zum Verhängnis. Sie
essen zuviel davon, vor allem zuviel an Fett. Die Folgen: Übergewicht,
Herz-Kreislauferkrankungen und andere ernährungsmitbedingte Krankheiten.
Fett gehört dazu, aber...
Zu
einer ausgewogenen Ernährung gehören selbstverständlich
auch Fette - aber in geringer Menge und in guter Qualität. Ernährungsexperten
empfehlen eine moderate Fettzufuhr. Das bedeutet, täglich maximal
25 bis 30 Prozent der benötigten Gesamtenergie in Form von Fett aufzunehmen,
was etwa 70 bis 80 Gramm Fett am Tag entspricht.
Der Superbrennstoff Fett und seine Aufgaben
Der Körper ist auf Fette angewiesen, denn
sie erfüllen wichtige Aufgaben:
- Sie sind unsere Hauptenergielieferanten und bringen
mit 9 Kilokalorien pro Gramm rund doppelt soviel Energie mit wie Kohlenhydrate
und Eiweiße.
- Sie versorgen den Organismus mit den lebensnotwendigen
mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
- Sie sind Lieferanten der fettlöslichen Vitamine
A, D, E und K sowie von beta-Carotin und sorgen für deren Aufnahme
in den Körper.
- Sie sind notwendig für den ständigen Aufbau
neuer Zellen.
Für unsere Vorfahren war der Punkt der potenten
Energielieferung besonders wichtig, denn mit Hilfe von Fett konnten die
Menschen Energiereserven für magere Zeiten anlegen. Was einst sinnvoll
war, ist in unserer jetzigen Überflussgesellschaft allerdings ein
Problem. Denn auch heute noch horten wir Fett als Reserve für eventuelle
Hungerzeiten und ganz schnell entwickeln sich überschüssige
Fettpölsterchen rund um Bauch, Hüfte und Po. Fett ist der Dickmacher
Nummer eins und Übergewicht gilt als Risikofaktor für eine ganze
Reihe von Stoffwechselstörungen, wie Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämien
oder Bluthochdruck, die allesamt als Risikofaktoren für die Entwicklung
einer Arteriosklerose gelten.
Viel zuviel Fett
Viele Erwachsenen essen insgesamt zuviel: Sie nehmen im Durchschnitt rund
25 bis 30 Prozent mehr an Energie mit der Nahrung auf als sie sollten.
Einen ganz entscheidenden Anteil daran hat das Fett in den Lebensmitteln.
Fettreiche Speisen schmecken häufig besonders gut, da sie einen vollmundigen
Geschmack haben und ein angenehm geschmeidiges Gefühl im Mund hinterlassen.
Folge ist, dass die Deutschen im Schnitt 80 bis 100 Gramm Fett pro Tag
essen, statt den von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen 70 bis
80 Gramm. Den Hauptanteil am Fettverzehr liefern die sogenannten versteckten
Fette, die unsichtbar in vielen Lebensmitteln stecken, z. B. in Wurstwaren,
Bratwurst, Käse, Sahne, Mayonnaise, Süßigkeiten, Kartoffelchips,
Schokolade, Kuchen, Pizza, frittierten und panierten Speisen. Etwa zwei
Drittel der Fette, die wir täglich essen, sind versteckte Fette.
Fett ist nicht gleich Fett
Fettbewusst essen heißt: Wählt das richtige Fett aus und geht
sparsam damit um. Denn Fett ist nicht gleich Fett.
Speisefette bestehen aus den sogenannten Triglyzeriden
- einem Molekül Glyzerin an das drei Fettsäuren gebunden sind.
Diese Fettsäuren bestimmen die Eigenschaften der Fette. Je nachdem,
ob die Fettsäuren lang oder kurz, gesättigt oder ungesättigt
sind, ist das Fett flüssig, streichfähig oder fest. Je flüssiger
die Fette sind, desto mehr ungesättigte Fettsäuren enthalten
sie. Je fester sie sind, desto mehr gesättigte Fettsäuren sind
darin vorhanden. Pflanzliche Fette liefern überwiegend ungesättigte
Fettsäuren (Ausnahme Kokos- und Palmkernfett). In tierischen Fette
stecken vorwiegend gesättigte Fettsäuren (Ausnahme Fettfische
wie Lachs, Makrele, Thunfisch, die die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren
mitbringen).
Ernährungswissenschaftler
empfehlen folgende Fettverteilung:
- Maximal ein Drittel gesättigte Fettsäuren:
Diese kommen überwiegend in tierischen Lebensmitteln wie fettreichem
Fleisch, Wurstwaren, fettreichen Milchprodukten, Butter, Schmalz, Speck
vor. Aber auch in festen pflanzlichen Fetten wie Kokosfett oder Palmkernfett
(Plattenfette).
- Mindestens ein Drittel einfach ungesättigte
Fettsäuren: Sie sind besonders in Oliven– und Rapsöl
enthalten.
- Maximal ein Drittel mehrfach ungesättigte
Fettsäuren: Pflanzliche Öle und Fettfische sind reich an ihnen.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essentielle,
das heißt lebensnotwendige Fettsäuren. Sie müssen mit
der Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst
herstellen kann, sie aber für den Zellaufbau und die Hormonbildung
benötigt.
Gesättigte Fettsäuren sollten nur in Maßen
aufgenommen werden, denn sie begünstigen einen Anstieg des Cholesterinspiegels.
Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für die
Pathogenese von Herz-Kreiskauferkrankungen. Dieses Risiko kann durch
eine erhöhte Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren bei
gleichzeitiger Reduktion der Gesamtfettzufuhr deutlich gesenkt werden.
Daher sollte ein Teil der Nahrungsmittel mit gesättigten Fettsäuren
durch solche mit einem hohen Anteil an einfach oder mehrfach ungesättigter
Fettsäuen ersetzt werden. Das heißt: tierische Fette meiden
und pflanzliche Fette bevorzugen.
Nachdem lange Zeit die mehrfach ungesättigten Fettsäuren
als besonders vorteilhaft galten, weiß man heute, dass sich auch
die einfach ungesättigten Fettsäuren günstig auf den Blutfettspiegel
auswirken. Besonders geeignet sind Raps- und Olivenöl, denn sie haben
eine nahezu ideale Fettsäurezusammensetzung.
Fettbewusst essen
Eine fettbewusste Lebensmittelauswahl bedeutet in der alltäglichen
Praxis, dass täglich etwa 40 Gramm als sichtbares Fett gegessen werden
kann. Das entspricht etwa zwei Esslöffeln Margarine oder Butter,
zwei Esslöffeln Speiseöl und höchstens ein bis zwei Teelöffeln
Fett zum Braten. Das heißt, Butter oder Margarine dünner aufs
Brot schmieren, fürs Kochen und Braten beschichtete Pfannen und Töpfe
verwenden, fettarme Zubereitungsarten wählen wie Grillen, Dämpfen,
Dünsten, Garen in Folie oder im Wok und nur selten Frittieren oder
Speisen panieren. Den Rest des Fettes bekommt ihr praktisch von selbst
als unsichtbares Fett.
Kommt den versteckten Fetten auf die Spur!
Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ihr zum Frühstück
ein Croissant oder ein einfaches Brötchen esst oder ob ihr eurer
Hähnchen mit oder ohne Haut futtert. Viele fettreiche Lebensmittel
sind allerdings auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Begriffe
wie „Fettgehalt 30 %“, kalorienreduziert oder „Fett
in der Trockenmasse“ sagen nichts über den absoluten Fettgehalt
aus.
Weniger Fett essen muss aber nicht kompliziert sein:
Wer Getreideprodukte, Gemüse und Obst in den Mittelpunkt seiner Ernährung
stellt, frische Lebensmittel, fettarme Milchprodukte, Käse oder Wurstsorten
bevorzugt, kann eine fettarme Ernährung umsetzen und muss weder auf
Genuss noch auf gelegentliche Schlemmereien verzichten.
- Bevorzugt Fleisch, das wenig fettdurchzogen ist.
Wurst mit maximal 15 bis 20 Gramm Fett pro 100 Gramm ist für eine
fettarme Ernährung geeignet, z. B. roher oder gekochter Schinken
ohne Fettrand, Geflügelwurst oder Sülze.
- Auch beim Käse gibt es fettarme Sorten: Magerstufe,
Halbfettstufe oder Dreiviertelfettstufe sind die richtige Wahl. Fettarme
Käsesorten haben einen Fettgehalt von 30 bis 40 % in der Trockenmasse
bzw. 15 bis 20 Gramm Fett absolut in 100 Gramm.
- Milch und Milchprodukte mit einem Fettgehalt von
1,5 % sind ebenfalls fettarm.
Trans-Fettsäuren wollen wir nicht
Da wir streichfähige und feste Fette bevorzugen, wird ein großer
Teil der Öle durch Fetthärtung streichfähig und hitzebeständig
gemacht. Bei der Fetthärtung bilden sich sogenannten trans-Fettsäuren,
die sich in größeren Mengen ungünstig auf den Cholesterinspiegel
auswirken können. Es wird ein direkter Zusammenhang zwischen der
Aufnahme von trans-Fettsäuren und der Entstehung von Herzinfarkten
diskutiert.
In Deutschland liegt die Zufuhr von trans-Fettsäuren
aber unter einem Prozent der Nahrungsenergie und stellt deshalb kein aktuelles
gesundheitliches Problem dar. Dennoch solltet ihr möglichst wenig
trans-Fettsäuren aufnehmen.
Trans-Fettsäuren entstehen vor allem dann, wenn preisgünstige
Härtungsverfahren angewendet werden. Sie sind vor allem in billigen
Margarinen und Kochfetten, Knabberartikeln, fertigen Pommes Frites, Süßwaren,
billigen Gebäckmischungen, Fertigsuppen und Fertigsoßen enthalten.
Sie verbergen sich z. B. hinter Aufschrift „pflanzliche Fette z.T.
gehärtet“. Achtet bei Margarine auf gute Qualität. Margarinesorten
mit der Kennzeichnung „reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren“
sowie Diät- oder Reformmargarinen enthalten in der Regel kaum trans-Fettsäuren.
Fettspartipps für den Alltag:
- Tauscht fettreiches Fleisch und fettreiche Wurstwaren
gegen magere Fleischteile und fettarme Wurstsorten aus. Ebenso Vollmilch-
und sahnehaltige Milchprodukte sowie fettreicher Käse gegen magere
oder fettarme Milchprodukte und Käsesorten.
- Es muss nicht immer Wurst aufs Brot. Probiert mal
Tomaten, Paprika oder Gurken mit fettarmen Quark oder Frischkäse
als Brotbelag.
- Ersetzt Fleisch öfter mal durch Fisch.
- Streich-, Koch- und Bratfette solltet ihr nur eingeschränkt
verwenden. Bevorzugt pflanzliche Fette, insbesondere Raps- oder Olivenöl.
Verzichtet gelegentlich auf das Streichfett und probieren Sie mageren
Frischkäse oder Magerquark aufs Brot.
- Chemisch gehärtete Pflanzenfette sind wegen
ihres Gehaltes an cholesterinerhöhenden trans-Fettsäuren nicht
zu empfehlen. Als Hauptquelle von trans-Fettsäuren gelten industriell
gehärtete bzw. teilgehärtete Fette, die hauptsächlich
für Margarine bzw. für Back- und Bratfette verwendet werden.
- Bevorzugt frische Lebensmittel. Fertiggerichte,
Fertigsuppen oder Fertigsoßen können viel Fett enthalten.
- Dämpft, dünstet, grillt oder gart Sie
eure Speisen in Folie oder im Wok. Verwenden Sie spezielles Kochgeschirr
wie z. B. beschichtete Pfannen oder Töpfe.
- Bereitet Salatsoßen mit Speiseölen, die
einen hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren haben
(Raps- oder Olivenöl) und saurer Sahne, Joghurt oder Quark zu.
- Ersetzt bei Rahmsoßen oder Aufläufen
die Hälfte der Sahne durch Milch.
| Die Anstatt-Tabelle |
| nehmt |
anstatt |
| frische und tiefgefrorenen
Gemüse- und Obstsorten, gegart, als Rohkost oder Salat |
Gemüse in
Sahnesoße oder Soße mit Mehlschwitze |
| Salz-, Pell- und
Folienkartoffeln, Kartoffelpüree mit fettarmer Milch |
Pommes frites,
Bratkartoffeln, Rösti, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat
mit Mayonnaise, |
| Vollkornbrot, -mehle, -teigwaren,
Haferflocken, Mais, Grünkern, Buchweizen, Gebäck aus
Quark-Öl-Teig oder Hefeteig |
Brotsorten aus Weißmehl, fetthaltige
Brotsorten wie Buttertoast, Croissants, Rührkuchen, Mürbeteig,
Blätterteig, Biskuit, Sahnetorte, Schmalzgebäck, Brandteig |
| fettarme Milch- und Milchprodukte
bis 1,5 %, Käsesorten bis 30 % Fett i.Tr. (Harzer Korbkäse,
Edamer. Gouda, Limburger, Romadur), Magerquark, Hüttenkäse |
Vollmilch und Vollmilchprodukte,
Crème fraiche, Sahne, saure Sahne, Schmand, Quark mit
mehr als 10 % Fett, Käsesorten über 30 % Fett i.Tr.
(Camembert, Butterkäse, Chester, Edelpilzkäse, Gorgonzola,
Mascarpone) |
| Halbfettbutter, Halbfettmargarine,
Frischkäse, Senf, Mager- oder Kräuterquark |
Butter, Margarine, |
| pflanzliche Öle wie Raps- oder
Olivenöl |
Butterschmalz, Speck, gehärtete
Pflanzenfette wie Kokos- oder Palmkernfett |
| mageres Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch:
Rinderhüfte, Kalbfleisch, Schweineschnitzel, Pute, Hähnchen
ohne Haut |
Ente, Gans, Innereien, Bratwurst,
Schweinebauch, Schweinemett |
| magere Wurstsorten wie roher und
gekochter Schinken ohne Fettrand, Corned Beef, Geflügelwurst,
Sülze |
fettreiche Wurstsorten wie Salami,
Mettwurst, Leberwurst, Teewurst, Fleischwurst, Mortadella |
| gegrillter oder gedünsteter
Fisch, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch, Scholle, Seelachs,
Makrele, Seezunge, Lachs, Hering |
Aal, panierter Fisch, Fischstäbchen,
Fischfrikadellen, Fischkonserven mit Öl oder Sahnesoßen |
| Nüsse, Kürbiskerne, Leinsamen,
|
Kokosnüsse, geröstete und
gesalzene |
| Mandeln, Pinienkerne, Pistazien,
Sesamsamen |
Nüsse |
| Kräuter, Gewürze, Senf,
Essig |
Mayonnaise, Remoulade |
| Salzstangen, Reisgebäck |
Chips, Flips, Salz- und Käsegebäck |
| Fruchteis, fettarme Süßspeisen,
Sorbets, Weingummi, Lakritze |
Milch- und Sahneeis, fett- und eihaltige
Süßspeisen, Pralinen, Nuss-Nougat-Creme, Schokolade,
Pralinen, Marzipan |
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Mehr Infos zur gesunden Ernährung findet ihr
unter www.aid.de und unter
www.was-wir-essen.de.
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