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Fette - (Ge)wichtige Nährstoffe
Fette
sind oft als Kalorienbomben und Verursacher von Übergewicht verschrien.
Doch sie haben auch viele positive Wirkungen, auf die wir nicht verzichten
können!
Ernährungsexperten bezeichnen Nahrungsfette als Triglyceride.
Diese Bezeichnung leitet sich von ihrem chemischen Aufbau ab, denn sie
bestehen aus drei Fettsäuren (tri), die an ein Glycerin-Molekül
gebunden sind. Fettsäuren wiederum sind Ketten aus bis zu 24 Kohlenstoffatomen.
Einige dieser Fettsäuren sind lebensnotwendig. Deshalb haben Nahrungsfette
viele wichtige Funktionen.
Lebenswichtige Aufgaben
Fette sind konzentrierte Energielieferanten.
Aus einem Gramm Fett kann der Körper rund 9 Kilokalorien oder 37
Kilojoule gewinnen - das ist mehr als doppelt so viel wie bei Eiweißen
oder Kohlenhydraten! Aber die Energiebereitstellung ist nicht die einzige
Aufgabe der Fette im Körper. Weitere Funktionen sind:
- Energielieferant für fast alle Körperzellen; (1
Gramm Kohlenhydrate liefert 4 kcal bzw. 17 KJ Energie)
- Aufrechterhaltung des Wasser- und Elektrolythaushaltes
im Körper
- Schutzfunktion für innere Organe (z.B. Augapfel,
Nieren)
- Schutz vor Wärmeverlusten (Fettgewebe unter
der Haut)
- Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E,
K
Verlängerung des Sättigungsgefühls
Geschmacksträger (Viele Geschmacks- und Duftstoffe
sind fettlöslich und Fett ist es zu verdanken, dass viele Lebensmittel
ein angenehm samtiges Gefühl im Mund hinterlassen.)
->Fette sind Nährstoff-
und Geschmacks-Taxis!
Auf die Fettsäuren kommt es an
Der Grundaufbau von Nahrungsfetten ist im Grunde immer gleich: drei Fettsäuren
plus Glycerin. Aber die Fettsäuren haben einiges an Variationen zu
bieten: Es gibt kurzkettige und langkettige sowie gesättigte, einfach
und mehrfach ungesättigte. "Gesättigt" heißt
übrigens, dass alle Bindungsarme der Kohlenstoffkette mit Wasserstoffatomen
"abgesättigt" sind. "Ungesättigt" bedeutet,
einige Bindungsarme haben doppelte Bindungen zwischen Kohlenstoffatomen
gebildet. Man unterscheidet zwischen einfach und mehrfach ungesättigten
Fettsäuren. Die Struktur der Fettsäuren bestimmt auch die Eigenschaften
der Fette (z.B. je mehr ungesättigte Fettsäuren desto flüssiger
ist ein Fett).
->Fett ist nicht gleich Fett!
Wie viel Fett brauche ich?
Wie so oft ist "viel hilft viel" auch
hier das falsche Motto. Besser ist es, wenig Fett zu essen und auf die
Qualität zu achten.
Fachleute (wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE e.V.)
empfehlen, dass höchstens 30 Prozent der gesamten Energie, die wir
täglich mit der Nahrung aufnehmen, aus Fetten stammen soll. Bei einer
täglichen Energieaufnahme von beispielsweise 2000 kcal wären
das rund 600 kcal in Form von Fett. Und das sind umgerechnet etwa 60 g.
Bei einem Kalorienbedarf von 3100 kcal sind es 90 g Fett.
Dieses Nahrungsfett sollte sich zu mindestens 1/3 aus
einfach ungesättigten Fettsäuren und jeweils 1/3 aus gesättigten
und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzen.
Ernährungsfachleute empfehlen die Drei-Drittel-Regel
| Empfohlene Menge |
Fettsäuren |
Vorkommen |
| mindestens ein Drittel |
einfach ungesättigte Fettsäuren |
z.B. in Oliven- und Rapsöl,Erdnüsse |
| maximal ein Drittel |
mehrfach ungesättigte Fettsäuren |
z.B. in Sonnenblumenöl, Sojaöl,
Kürbiskernöl, Leinöl, Fettfisch, Avocados, Haselnüsse,
Walnüsse |
| maximal ein Drittel |
gesättigte Fettsäuren |
vor allem in tierischen Lebensmitteln
wie Wurstwaren, fettreichem Fleisch, Schmalz, Speck, fettreichen Milchprodukten,
Butter |
->Gesättigt und ungesättigt
- die richtige Kombination macht's!
Den Körper mit essenziellen Fettsäuren unterstützenDer
Körper kann die meisten Fettsäuren selbst bilden. Aber einige
nicht. Weil er sie aber für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit
braucht, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Es gibt zwei
lebensnotwendige Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden
kann: Linolsäure und Alpha-Linolensäure. Diese mehrfach ungesättigten
Fettsäuren müssen also mit der Nahrung zugeführt werden.
Fachleute bezeichnen sie deshalb als essenzielle Fettsäuren. Sie
übernehmen wichtige Aufgaben beim Aufbau von Zellmembranen, vom Gehirn
und den Nerven.
Grundsätzlich wird bei den ungesättigten Fettsäuren
zwischen verschiedenen Fettsäure-Familien unterschieden. Je nachdem
an welcher Stelle sich die erste Doppelbindung befindet, werden sie als
n-3-, n-6- oder n-9-Fettsäuren bezeichnet. Bei einer n-3-Fettsäure
liegt die erste Doppelbindung an der 3. Stelle vom Methylende aus gesehen.
Oftmals werden die Fettsäuren auch als Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren
bezeichnet. Das ist eine ältere Bezeichnung für diese unterschiedlichen
Fettsäurefamilien.
Übersicht: Die Chemie der Fettsäure
| Fettsäure |
Ketten-länge |
Doppel-bindungen |
Symbol |
essenziell |
| Ölsäure |
18 C-Atome |
1 |
18:1, n-9 |
nein |
| Linolsäure |
18 C-Atome |
2 |
18:2, n-6 |
ja |
| Gamma-Linolensäure |
18 C-Atome |
3 |
18:3, n-6 |
nein |
| Alpha-Linolensäure |
18 C-Atome |
3 |
18:3, n-3 |
ja |
| Arachidonsäure |
20 C-Atome |
4 |
20:4, n-6 |
nein |
| Eicosapentaensäure (EPA) |
20 C-Atome |
5 |
20:5, n-3 |
nein |
| Docosahexaensäure (DHA) |
20 C-Atome |
6 |
22:6, n-3 |
nein |
Omega-3-Fettsäuren
mit gesunder Power
Omega-3-Fettsäuren
erfüllen besonders wichtige Aufgaben
im Körper, da sie die Fließeigenschaften des Blutes verbessern
und Gefäßkrankheiten vorbeugen. Die essenzielle Alpha-Linolensäure
ist eine wichtige Vertreterin dieser Gruppe. Sie kommt in manchen pflanzlichen
Lebensmitteln, vor allem in Raps-, Soja- Lein- und Walnussöl vor.
Weitere wichtige Fettsäuren aus der Omega-3-Gruppe sind die Docosahexaensäure
und Eicosapentaensäure. Sie können theoretisch im Stoffwechsel
aus Alpha-Linolensäure aufgebaut werden, aber die Kapazitäten
für deren Bildung sind gering. Kaltwasser-Fische wie Hering, Makrele,
Thunfisch oder Lachs sind die besten Quellen für diese Power-Fettsäuren.
Seit
einigen Jahren gibt es Lebensmittel, denen Omega-3-Fettsäuren zugesetzt
werden, z.B. Margarine, Brot und Eier. Meistens beruhen die Zusätze
auf Fischöl- oder Algenextrakten. In Eier gelangen die Omega-3-Fettsäuren
durch Anreicherung des Hühnerfutters mit Fischöl oder Saaten,
die reich an alpha-Linolensäure sind. Auf diese oft sehr teuren Produkte
könnt ihr aber problemlos verzichten, wenn ihr pro Woche ein bis
zwei Mal die oben genannten Kaltwasser-Fische esst und für die Zubereitung
von Lebensmitteln Rapsöl verwendet.
->(O)Mega-gesund
mit Fisch und Rapsöl!
Heimlich und unsichtbar - versteckte Fette
Die
empfehlenswerte Fettzufuhr beträgt je nach Alter, Körpergröße
und Geschlecht zwischen 60-90g/Tag. Diese Menge überschreiten jedoch
viele Kinder und Jugendliche: Im Durchschnitt essen sie statt der empfohlenen
30 % der Energie aus Fett täglich 36 %! Das liegt aber normalerweise
nicht daran, dass sie löffelweise Butter essen. Verantwortlich sind
zum großen Teil die versteckten Fette, die unbemerkt in allen möglichen
Lebensmitteln stecken. Sie machen etwa zwei Drittel der Fette aus, die
wir Deutschen jeden Tag essen.
Die folgende Tabelle macht schnell klar, dass es wahre "Fettbomben"
gibt. Also Vorsicht! Lieber nur kleine Portionen davon genießen
und auf fettärmere Alternativen ausweichen. Denn wer jeden Tag mehr
Nahrungsenergie aufnimmt, als er oder sie braucht, wird langfristig gesehen
übergewichtig. Und das wiederum ebnet den Weg für eine Reihe
von Krankheiten wie Gelenkprobleme, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen,
Bluthochdruck und Herzinfarkt.
Wähle anstatt "fettreicher Lebensmittel"
lieber "fettärmere Alternativen"
| Fettreiche Lebensmittel |
Gramm Fett je Portion |
Übliche Portionsgröße |
Fettärmere Alternativ-Lebensmittel |
Gramm Fett je Portion |
| Croissant |
12 g |
45 g |
Brötchen |
1 g |
| Vollmilch (3,5 %) |
8 g |
200 g |
fettarme Milch
( 1,5 %) |
3 g |
| Gouda (45 % Fett i.Tr.) |
9 g |
30 g |
Schnittkäse light (30% Fett i.Tr.) |
5,4 g |
| Salami |
10 g |
30 g |
Schinken
(ohne Fettrand) |
3 g |
| Brathähnchen |
23 g |
125 g |
Hühnerbrust ohne Haut |
1,2 g |
| Pommes frites |
22 g |
150 g |
Pellkartoffeln |
0,3 g |
| Sahneeis |
6 g |
30 g |
Fruchteis |
0,4 g |
| Sahnetorte |
25 g |
100 g |
Obstkuchen (Hefeteig) |
4 g |
| Kartoffelchips |
20 g |
50 g |
Salzstangen |
0,3 g |
->Viele Lebensmittel
enthalten mehr Fett als man denkt!
Im Brainfood-Beitrag
"Fettbewusst essen" könnt ihr euch weiter auf die Spur
der versteckten Fetten begeben!
Fett kommt selten allein
Tierische Fette enthalten einen Begleitstoff, der es in sich hat: Das
Cholesterin. Es ist zwar ein lebensnotwendiger Stoff mit wichtigen Aufgaben,
aber eine zu hohe Aufnahme kann schädlich sein. Cholesterin ist Bestandteil
von Zellmembranen, Ausgangsstoff von Vitamin D und verschiedener Hormone
sowie als Vorstufe von Gallensalzen an der Fettverdauung beteiligt.
Der Cholesterinpool unseres Körpers besteht zum einen aus Cholesterin
aus Nahrungsfetten (im Durchschnitt 270 bis 320 mg pro Tag) und zum anderen
aus Cholesterin, das der Körper selbst herstellt (1 bis 1,5 g pro
Tag), was den größten Teil dieses Pools ausmacht. Im Blut wird
Cholesterin in Fett-Eiweiß-Komplexen transportiert. Ist sein Gehalt
hier zu hoch, bilden sich leichter Ablagerungen an den Blutgefäßen
und das Risiko für Herzinfarkt steigt.
Wirkungen auf den Cholesterin-Spiegel
|
günstig
|
ungünstig
|
| einfach ungesättigte Fettsäuren |
gesättigte Fettsäuren |
| mehrfach ungesättigte Fettsäuren |
gehärtete Fette |
| bedarfsgerechte Menge an Fett in der Nahrung |
trans-Fettsäuren |
| viel Bewegung |
zu große Mengen an Fett und Kohlenhydraten
in der Nahrung
wenig Bewegung |
Gesättigte und gehärtete Fettsäuren können den Cholesterinspiegel
erhöhen und die Entstehung von Herzinfarkt begünstigen. Deshalb
sollten sie weniger verzehrt werden, als es im Moment in Deutschland üblich
ist. Dagegen kann eine erhöhte Zufuhr von einfach und mehrfach ungesättigten
Fettsäuren das Erkrankungsrisiko senken. Das heißt also, weniger
tierische Fette und mehr pflanzliche Öle. Neben der Ernährung
ist aber auch körperliche Bewegung für die Regelung der Blutfettwerte
wichtig.
Trans-Fettsäuren unerwünscht
Ungesättigte
Fettsäuren sind lebensnotwendig, doch so genannte trans-Fettsäuren
verstoßen gegen die Regel ungesättigt = gesund. Trans-Fettsäuren
entstehen bei der Härtung von Fetten, also wenn Öle oder weiche
Fette bei der Lebensmittelherstellung in feste Fette umgewandelt werden
(z.B. bei der Margarineherstellung). Hierbei werden aus ungesättigte
Fettsäuren gesättigte hergestellt. Die Bezeichnung "trans"
beschreibt die spezielle räumliche Struktur dieser Fettsäuren,
die dabei entsteht. Die normalerweise in der Natur vorkommenden ungesättigten
Fettsäuren liegen in cis-Konfiguration vor, d.h. die beiden Wasserstoffatome
an den durch die Doppelbindung verknüpften Kohlenstoffatomen sind
auf der gleichen Seite positioniert. Bei trans-Fettsäuren liegen
sich diese zwei Wasserstoffatome diagonal gegenüber. Durch diese
spezielle räumliche Struktur erhalten Fette sowohl andere physikalische
als auch ernährungsphysiologische Eigenschaften, die denen der gesättigten
Fettsäuren ähneln. Zum Beispiel sind sie bei Zimmertemperatur
fest, aber sie erhöhen auch nachweislich den Cholesterinspiegel im
Blut! Deswegen wurde das Verfahren der Fetthärtung so verändert,
dass heutzutage dabei kaum noch trans-Fettsäuren entstehen.
Die
höchsten Gehalte an trans-Fettsäuren finden sich in Nuß-Nougat-Cremes
(5,5 g/100 g) und Butter (4,7 g/100 g). Der hohe Gehalt in Butter ist
darauf zurückzuführen, dass Bakterien im Magen der Kuh ebenfalls
trans-Fettsäuren bilden. Einen relativ hohen Gehalt haben auch Back-
und Frittierfette und damit hergestellte Lebensmittel, wie Kartoffelchips,
Blätterteige und Pommes frites.
Auch wenn die durchschnittliche Aufnahme an trans-Fettsäuren
in Deutschland zurzeit unter 1 % der Energieaufnahme liegt und damit unproblematisch
ist, solltet ihr doch die Menge an Trans-Fettsäuren in der Nahrung
möglichst gering halten.
Gehärtete Fette wirken auf die Blutfettwerte
ähnlich ungünstig wie gesättigte Fettsäuren und sollten
gemieden werden. Sie sind in Margarinesorten und vielen Fertigprodukten
enthalten. Ein Blick in die Zutatenliste ist daher wichtig. Sie werden
meist wie folgt gekennzeichnet: Fette, z.T. gehärtet.
->Gehärtete Fette und trans-Fette
mit Nebenwirkungen!
Fett-Verdauung: Der Weg in den Körper
Fette haben eine Abneigung gegen Wasser,
das heißt sie verteilen sich in wässrigen Lösungen nicht
gleichmäßig. Deswegen durchlaufen sie einen aufwändigen
Prozess bevor sie verdaut werden können. Hierfür sind die Gallensäfte
wichtig, die von der Leber ausgeschieden werden. Bestandteile des Gallensekrets
emulgieren das Fett im Nahrungsbrei, das heißt sie sorgen dafür,
dass sich das Fett in winzigen Tröpfchen (sogenannte Mizellen) verteilt.
So erhalten die abbauenden Enzyme genügend Angriffsfläche. Enzyme
aus der Bauchspeicheldrüse (sogenannte Lipasen) spalten die Triglyceride
in Fettsäuren und Glycerin. Diese können dann in die Darmzellen
aufgenommen werden.
Innerhalb der Darmzellen werden kleine Päckchen (sogenannte
Chylomikronen) aus den Fetten und Cholesterin gebildet. Diese gelangen
über die Lymphe ins Blut und werden von dort aus in die Zellen aufgenommen,
wo sie entweder verbraucht oder gespeichert werden.
->Die wasserunlöslichen Fette brauchen
Hilfestellung während der Verdauung.
Mehr über fettbewusste Ernährung erfahrt ihr
im Brain
Food-Beitrag "Fettbewusst essen".
CD-ROM "Fette in der Ernährung"
Das
Lernprogramm "Fette in der Ernährung" erläutert anschaulich
und unterhaltsam Aufbau und Zusammensetzung von Fetten, den Vorgang der
Ölgewinnung sowie die Fetthärtung. Außerdem geht es um
fettreiche und fettarme Lebensmittel und die Verzehrsempfehlungen. Das
Booklet
und eine Demoversion
liefern einen ersten Einblick über den Inhalt des Programms. Es kann
für 29,50 Euro im Medienshop
des aid bestellt werden.
Weitere Hintergrundinformationen findet ihr in folgenden
Medien:
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