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Kohlenhydrate – Power für den Tag
Kohlenhydrate
sind neben Fett und Eiweiß die Grundnährstoffe oder Hauptnährstoffe in
der Nahrung. Zur Gruppe der Kohlenhydrate zählen alle Zucker- und Stärkearten
sowie die meisten Ballaststoffe. Der Begriff „Kohlenhydrat“ spiegelt ihren
chemischen Aufbau wider, denn sie bestehen aus den Elementen Kohlenstoff,
Wasserstoff und Sauerstoff. In ihrer einfachsten Form sind sie nach der
Summenformel CnH2nOn zusammengesetzt. Auf jedes Kohlenstoffatom kommt
ein Wassermolekühl (H2O). Deshalb spricht man auch vom Hydrat des Kohlenstoffs.
Kohlenhydrate dienen vor allem als Energielieferanten und Energiespeicher
und können vom Körper auch selbst hergestellt werden.
->Kohlenhydrate erfüllen
lebenswichtige Aufgaben im Körper.
Lebenswichtige Aufgaben
- Energielieferant für fast alle Körperzellen; (1
Gramm Kohlenhydrate liefert 4 kcal bzw. 17 KJ Energie)
- Aufrechterhaltung des Wasser- und Elektrolythaushaltes
im Körper
- bilden zusammen mit Proteinbausteinen sogen. Mucopolysaccharide,
die wichtige Bestandteile von Schleimstoffen, Blutgruppensubstanzen
sowie Binde- und Stützgeweben
- sind Bestandteil der Zellmembran
- Bestandteil in Knochen und Bindegewebe
->Der Körper ist auf Kohlenhydrate
als Energielieferanten angewiesen.
Wie viel Kohlenhydrate braucht der Mensch?
Die
Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mindestens 50 % der täglichen
Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen. Das ist dann der
Anteil der Energie, der nicht durch das lebensnotwendige Protein (cirka
10 bis 20 %) und die Fette (cirka 25 bis 30 %) abgedeckt wird. Bei einer
durchschnittlichen Energiezufuhr von 2000 bis 3000 kcal sind das etwa
250 bis 375 g Kohlenhydrate pro Tag. Pflanzliche Lebensmittel, wie Obst,
Gemüse und Getreideprodukte und auch Milch und Milchprodukte sind in
einer gesunden Ernährung die besten Kohlenhydratlieferanten, weil sie
zudem viele weitere wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe
enthalten. Zucker zählt ebenfalls zu den Kohlenhydraten, ist jedoch
keine empfehlenswerte Kohlenhydratquelle, da es starke Blutzuckerschwankungen
verursachen kann.
-> Obst,
Gemüse und Getreide sind wertvolle Lieferanten.
Soviel Gramm Kohlenhydrate sind in 100 Gramm der Lebensmittel enthalten
| Lebensmittel |
Kohlenhydrate in Gramm |
davon Zucker in Gramm |
| Haushaltszucker |
100 |
100 |
| Bonbons |
97 |
95 |
| Bienenhonig |
83 |
73,5 |
| Cornflakes |
79,6 |
7,1 |
| Gummibärchen |
76 |
42,8 |
| Vollmilchschokolade |
56 |
54,1 |
| Konfitüre |
66 |
62,6 |
| Haferflocken |
58,1 |
1 |
| Weizenmischbrot |
47,7 |
1,95 |
| Nudeln (gekocht) |
26,8 |
0,2 |
| Bananen |
21,4 |
18 |
| Pellkartoffeln |
14,2 |
0,5 |
| Limonade |
12 |
10 |
| Äpfel (ungeschält) |
11,4 |
9,5 |
| Brokkoli (gekocht) |
2 |
1,8 |
->Jedes Kohlenhydrat ist anders
„gestrickt“.
Die unterschiedlichen Typen
Es
gibt unterschiedliche Arten von Kohlenhydraten. Die einfachsten Kohlenhydrate
sind Zuckermolekühle, die aus drei bis sieben Kohlenstoffatomen bestehen.
Sie werden auch als Einfachzucker oder in der Wissenschaft Monosaccharide
bezeichnet. Diese Zucker können zu Mehrfachzuckern oder langen Ketten
verknüpft werden und bilden so die komplexeren Kohlenhydrate. Zweifachzucker
sind Kohlenhydrate, die aus zwei Einfachzuckern bestehen und werden auch
als Disaccharide bezeichnet. Oligosaccharide sind Ketten aus etwa 20 Zuckereinheiten
und der Begriff Polysaccharide umfasst alle Zuckerverbindungen aus mehr
als 25 Bausteinen. Je nach Länge und Zusammensetzung weisen Kohlenhydrate
verschiedene Eigenschaften, wie zum Beispiel den Geschmack auf. Je kürzer
die Kette, desto süßer ist der Geschmack.
Einfachzucker
– kleine Typen mit großer Wirkung
Unsere Körperzellen können Kohlenhydrate nur in Form von Einfachzucker
aufnehmen. Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und Galaktose
sind die bekanntesten Einfachzucker, wobei die Glukose für den Organismus
von größter Bedeutung ist. Das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das
Nierenmark sind auf Glukose als Energielieferanten angewiesen. Glukose
kommt in Lebensmitteln entweder in freier Form oder als Baustein verschiedener
Zwei- und Mehrfachzucker vor. Im Verdauungstrakt wird Glukose aus Kohlenhydraten
freigesetzt und im Blut zu den Zellen transportiert. Die Fruktose wird
nicht so wie die Glukose ins Blut aufgenommen, sondern in der Leber umgewandelt.
Beide Einfachzucker schmecken sehr süß und sind energiereich.
Zweifachzucker – süße Typen mit Tücken
Zweifachzucker bestehen immer aus zwei Einfachzuckermolekülen. Der bekannteste
Zucker ist der Haushaltszucker (Saccharose), der gewöhnlich zum Süßen
von Speisen benutzt wird. Saccharose ist eine Verknüpfung aus Glukose
und Fruktose, was sie so süß schmecken lässt. Süße Speisen, Süßigkeiten
wie Bonbons,
Gummibärchen und Erfrischungsgetränke wie Cola, Limo und Co bestehen zu
einem großen Anteil aus Zucker. Sie sollten nur in geringer Menge genossen
werden, da sie im Gegensatz zu süßen Früchten außer Energie (Kalorien)
kaum weitere wichtige Nährstoffe liefern. Man spricht deshalb von „leeren
Kalorien“. Eine andere Tücke ist, dass Zucker, der in Süßigkeiten steckt,
sehr schnell ins Blut schießt, weil er im Körper schnell in seine Bausteine
zerlegbar ist. Die Powerwirkung solcher Zucker ist nur von kurzer Dauer,
weil der Blutzuckerspiegel schnell wieder abfällt und man sich dann sogar
müde und schlapp fühlt.
Kohlenhydrate können im Körper nur in geringem Umfang gespeichert werden,
weshalb ein Übermaß an Kohlenhydraten zu Fett umgewandelt wird. Von diesem
Effekt sind die schnell zerlegbaren Zucker am stärksten betroffen, weil
sie rasch ins Blut gelangen. Die nächste Tücke ist, dass Süßes sehr klebrig
ist und deshalb länger an den Zähnen haften bleibt. Für die Bakterien
ist diese Tatsache im wahrsten Sinne des Wortes ein „gefundenes Fressen“.
Sie verarbeiten den Zucker und nutzen ihn als Energiequelle. Hierbei entstehen
Säuren, die den Zahnschmelz zerstören. Das Ergebnis ist Karies - die berühmten
„Löcher in den Zähnen“.
Milchzucker (Laktose) und Malzzucker (Maltose) sind weitere Beispiele
für Zweifachzucker. Während Milchzucker sich aus je einem Molekül Galaktose
und einem Molekül Glukose zusammensetzt, besteht Malzzucker (Maltose)
aus zwei Molekülen Glukose. Laktose kommt in Milch und Milchprodukten
vor und ist für Säuglinge in der Stillphase das wichtigste Kohlenhydrat
in der Ernährung. Laktose wirkt verdauungsfördernd und kann in höheren
Mengen sogar abführend sein. Maltose kommt in der Natur nicht in freier
Form vor. Sie ist unter anderem ein Bestandteil in der Maische von Bier.
Im Organismus entsteht Maltose beim Abbau von Stärke.
Mehrfachzucker – gesunde Genossen mit Langzeitwirkung
Mehrfachzucker setzen sich aus vielen Einfachzuckermolekülen zu langen
Ketten zusammen. Der Körper braucht viel Zeit, um diese langen Ketten
komplett aufzuspalten. Jede Einheit wird nach und nach freigesetzt und
ins Blut abgegeben. Der Blutzuckerspiegel steigt deshalb nur langsam an
und das gibt Power für den Tag. Lebensmittel, die reich an Mehrfachzucker
sind, halten deshalb länger satt. Den für Menschen bedeutsamsten Mehrfachzucker
kennt ihr vielleicht schon unter dem Begriff Stärke. Stärke besteht ausschließlich
aus einer Kette von Glukosemolekülen. Sie kann deshalb vom Körper gut
als Energiequelle genutzt werden. Stärke befindet sich zum Beispiel in
Getreideprodukten wie Reis, Nudeln, Kartoffeln und Brot. Gemüse, Obst
und Vollkornprodukte enthalten daneben Ballaststoffe (Nahrungsfasern).
Die meisten Ballaststoffe gehören auch in die Gruppe der Mehrfachzucker.
Gegenüber allen anderen Kohlenhydraten unterscheiden sie sich jedoch darin,
dass der menschliche Körper sie nicht aufspalten kann. Sie werden daher
auch „unverdauliche Kohlenhydrate“ genannt. Beispiele für Ballaststoffe
sind Füllstoffe (z.B. Cellulose, Pektin), natürliche Quellstoffe (Guar,
Agar-Agar, Alginate) und halbsynthetische Quellstoffe (Methylcellulose,
Carboxymethlycellulose). Ballaststoffe füllen Magen und Darm und sind
deshalb sättigend und halten außerdem den Darm in Schwung.
Da war doch noch was…?
Zuckeraustauschstoffe
Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen die Zuckeralkohole. Sie haben Namen
wie Sorbit, Mannit, oder Xylit. Zuckeraustauschstoffe schmecken süß wie
Zucker, lassen den Blutzuckerspiegel aber nur ganz wenig ansteigen. Das
macht sie interessant für Menschen, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes
mellitus) leiden. Bei dieser Krankheit ist der Körper nicht mehr in der
Lage, ausreichend Insulin zu bilden, das für die Verwertung der Kohlenhydrate
notwendig ist. Zuckeraustauschstoffe besitzen nicht ganz soviel Energie
wie die anderen Kohlenhydrate. Ihr Energiewert liegt bei 2 kcal oder 8,4
KJ pro Gramm. Ein Vorteil der Zuckeraustauschstoffe ist, dass sie im Gegensatz
zu ihren anderen Zuckerkollegen keine Karies verursachen. Deshalb werden
sie unter anderem als Süßungsmittel in zahnfreundlichen Kaugummis eingesetzt.
Ihre Süßkraft ist allerdings nicht so stark wie die des Haushaltszuckers.
Ein Nachteil der Zuckeraustauschstoffe ist, dass sie zu Blähungen und
Durchfall führen können.
Süßstoffe
Süßstoffe sind keine Kohlenhydrate. Hierbei handelt es sich um synthetische
Substanzen mit intensiv süßem Geschmack. Süßstoffe sind zum Beispiel Aspartam,
Acesulfam und Cyclamat. Ihre Süßkraft ist 30 bis 3000-mal größer als die
des Haushaltszuckers. Süßstoffe sind meistens in Form von kleinen Tabletten
im Handel erhältlich. Eine solche Tablette hat dieselbe Süßkraft wie ein
Würfel Zucker. Da sie keine Kalorien liefern, eignen sie sich für den
Einsatz in süßen Light-Produkten. Bei verpackten Lebensmitteln werden
die verwendeten Süßungsmittel in der Zutatenliste aufgeführt.
Verdauung und Verwertung
Die
Verdauung der komplexen Kohlenhydrate, wie Stärke beginnt schon im Mund.
Im Speichel befinden sich kleine Helfer, namens Enzyme, die lange Ketten
zu kurzen Ketten aufspalten können. Die hauptsächliche Aufspaltung geschieht
allerdings erst im Dünndarm durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse. Vom Dünndarm
aus gelangen die Bruchstücke, also die Einfachzucker Glukose, Fruktose
und Galaktose mit dem Blut in die Leber und von dort aus in den in den
Blutkreislauf zur Aufnahme in die Zellen. Für die Aufnahme in die Zellen
und den weiteren Stoffwechsel ist Insulin notwendig, das von der Bauchspeicheldrüse
gebildet wird.
Mehr Informationen zu Kohlenhydraten und Verdauung gibt es hier:
auf
der CD-ROM „Kohlenhydrate in der Ernährung“
auf
der CD-ROM „Kohlenhydrate in der Ernährung“
oder
im Kapitel Kohlenhydrate hier bei www.aid.de
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